Neues Powerbook fit machen
Da war es nun, mein Powerbook. Wie schaffe ich nur meine alten Daten da rüber, ohne dafür mehrere Tage zu brauchen? Ich habe ein halbes Gigabyte Dokumente, wie Exceltabellen, PDF-Files, Worddokumente, Powerpointfolien und ähnliches, knapp 4 GB Bilder, 2,7 GB Musik, eine Library mit 1,8 GB und noch ein paar Kleinigkeiten. An Programmen läuft das datenbankbasierte DevonThink, FTP-Browser wie Cyberduck, Foldersynchronizer, LaunchBar, Microsoft Office und noch viele andere. Mein Plan war, alle Programme vom alten auf den neuen Mac per Firewire zu überspielen und durch das Kopieren der Einstellungsdaten, keine weitere Anpassung zu benötigen. Wie berichtet, gibt es für den G5 ein spezielles Upgradetool, das auch bei Powerbooks schon dabei gewesen sein soll (siehe Switchpack). Das hätte es gewesen sein können.
Aber dieses Glück hatte ich natürlich nicht. Mein Book kam aus dem Lager und war deshalb auch schon einige Wochen alt, was dem Releasestand von Panther abzulesen war. Nach dem Starten des PB musste ich erst einmal 150 MB Softwareupdates durchführen. OS X stand noch bei 10.3.3, also zwei Versionen vor heute. Daher stellte ich mich auf eine manuelle Installation ein. Das 17'' wurde im Target Mode gestartet und so konnte ich mit dem Neuen auf die alte Festplatte per Firewirekabel zugreifen.
Zuerst wurden alle Programme kopiert, die nicht ohnehin beim PB dabei waren. OmniGraffle gehörte z.B. dazu, allerdings nur in der veralteten 2'er Version. Dann machte ich mich an mein Userverzeichnis. Dabei ging ich Unterverzeichnis für Unterverzeichnis durch und schaute nach, ob Einstellungen enthalten sein könnten, die Schaden anrichten könnten. Dies war beim Userverzeichnis allerdings nicht der Fall. Die Übertragung dauerte trotz Firewire über eine Stunde.
Aus der Root Library übertrug ich auch einige Daten, insbesondere Plugins und PreferencePanes, aber auch Einstellungen zu Programmen aus dem Application Support., z.B. für Keynote.
Anschließend kam dann der spannende Moment. Lassen sich die Programme öffnen? Ja, lassen sie sich und das Beste, sie fühlen sich vom ersten Moment an, wie bisher. Ob das die Dateienliste bei Word und Excel, die Einstellungen des Docks, iChat oder Mail sind. Alles war sofort ansprechbar und es gab nicht eine Fehlermeldung.
Doch dann mischten sich doch einige Kleinigkeiten ein. LaunchBar war die erste Applikation, die Probleme bekam. Die Officedateien ließen sich nicht mehr öffnen. Die Verweise funktionierten nicht mehr. Das Löschen der Preferences brachte keine Abhilfe. Ergo wurde LaunchBar neu installiert. was allerdings schnell ging.
Dann der Schock. Beim obligatorischen Reparieren der Rechte kam eine für mich nie dagewesene Meldung. Der User hat keine Berechtigung, die Reparatur wird abgebrochen. Doch Carsten, der Applegott wusste Rat. Festplattendienstprogramm von Boot-DVD starten und die Reparatur von dort ausführen. Voilà. Many Thanks Carsten, ich dachte, das sei das Ende.
Die Konfiguration des Handies ging ebenfalls schief, was allerdings daran lag, dass ich das falsche Modemskript erwischt hatte. Schwieriger gestaltete sich das Synchen des Modems per iSync. Das Handy sah im neuen PB ein anderes Gerät und so kam ich in den Genuss doppelter Kalenderdaten. Nachdem ich diese entfernt hatte, waren nach dem nächsten Sync auch beim Handy alle Daten weg und zunächst war nichts zu machen. Nachdem ich alle Bluetoothgeräte noch einmal neu miteinander bekannt gemacht hatte, meldetet iSync erst einen Datenbankfehler, forderte aber zur Wiederholung der Maßnahme auf und dabei lief alles glatt.
Komplex ist meine Netzwerkumgebung. Zu Hause gehe ich per Airport in ein Homenetz mit DSL-Modem. Im Büro habe ich einen Ethernetanschluss in einem Netz mit Linuxservern und Samba. Zu Hause sichere ich meine Daten per Foldersynchronizer auf einem Windows XP home Rechner, im Büro auf einer Linuxplatte. Für die Verbindungen habe ich mir eigene Aliase erstellt, die ich durch LaunchBar aufrufe. Hier hat alles spielend geklappt. Nachdem ich die Netzwerkeinstellungen händisch eingegeben hatte, konnte ich die Verbindung im Heim- wie im Büronetz sofort herstellen und die Synchronisation der Daten funktionierte ebenfalls problemlos.
Da staunten die Kollegen nicht schlecht, als ich heute morgen mit meinem neuen Lap erschien. Aus dem Häuschen waren sie, als ich den Ethernetstecker einsteckte und das Buch begann sofort die Mails vom IMAP-Server zu holen. Zwei Tastendrücke und ich war mit dem Server verbunden, Internetpage aufgerufen. Alles ging sofort. Ja, das können unsere EDV-Fuzzies mit ner ollen Dose nicht machen. Wetten?
Am Ende standen mit Softwareaktualisierung, Daten Überspielen und Ausmerzen von kleineren Problemen 4 Stunden Zeit auf dem Konto. Für ein so komplexes System mit vielen Schnittstellen ein guter Wert. Das dauert bei den Dosen ja schon die Betriebssysteminstallation. Wenn Tiger die Datenübernahme von bisherigen Macs bereits im System anbietet, wird die Zeit weiter reduziert werden können.
It's a Mac.