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Mitnahmementalität II

Wie zu erwarten, sind die Reaktionen auf Schröders Angriff auf unser aller Schnorrerverhalten heftig. Natürlich sind seine Äußerungen pauschal und nicht belegt. Aber was soll das denn? Hat der Mann Unsinn erzählt? Oder erkennen wir uns nicht alle selbst darin. Der Vorwurf, dass es ungerecht sei, nicht auch das Verhalten der Besserverdienenden einzubeziehen gleicht einer beleidigten Leberwurst. Erwischt ist erwischt. Dass andere den gleichen Mist bauen, macht es doch nicht besser. Schröder hat Recht und das sollten wir jetzt erst einmal auf uns wirken lassen.

Wir sind ein Volk der Schnäppchenjäger. Schaut Euch mal unsere Medien an. Es ist doch kein Zufall, dass Schröder diese Äußerungen in einem Ratgebermagazin macht. Im Fernsehen haben Verbrauchermagazine Konjunktur, die uns Steuertricks und was dazu gehört näher bringen. Dies Alles dient doch nicht nur dem Zweck, dem Bedürftigen zu helfen? Nein, der schaut sich das gar nicht an. Dies dient den Menschen, die den Sozialstaat schröpfen. Früher war der Staat böse und gemein, weil er uns Steuern und Abgaben aus der Tasche gezogen hat und damit unnütze Dinge angeschafft und finanziert hat. Ergo war es richtig, ihm so wenig wie möglich zu geben und so viel wie möglich zu nehmen. Heute reicht es hinten und vorne nicht mehr. Jetzt ist es böse, das Gemeinwesen nicht ausreichend zu unterstützen und zu nehmen, wenn man es gar nicht wirklich braucht. Wie soll das gehen? Liebe Politiker, macht Euch mal Gedanken, wie Ihr einen solchen Umbau der Werte vermitteln wollt und macht uns mal deutlich, dass ihr das Geld nicht doch lieber für Beamtenpensionen und Glaspaläste ausgebt. Denn die sind auch nicht bedürftig.

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