Blogger sind Bürger mit Druckpressen
„Weblogs sind das Beste, was dem Journalismus seit seiner Einführung passiert ist” schreibt Jeff Jarvis in der Netzeitung und ermuntert Journalisten wie Blogger zur Zusammenarbeit. Blogger dienen den Journalisten zur Wahrheitsfindung und was besonders wichtig ist, sie teilen den Journalisten mit, wie die Bevölkerung denkt.
So schreibt Jarvis:
Ich bin Journalist und Blogger. Durch Blogs haben sich mein Leben und meine Karriere grundlegend verändert. Ich habe jetzt mehr Respekt für das Wissen, das durch Pluralität und Demokratie entsteht. Ich habe sehr viel von anderen Bloggern auf der ganzen Welt gelernt. Vor einigen Jahren begann ich, deutsche Blogs zu lesen und zu verlinken. Dadurch entstanden Gespräche und Freundschaften, die sonst nie entstanden wären. Daraufhin stieß ich auf die unglaubliche Blog-Kultur im Iran und wurde im Gegenzug von den Pionieren der irakischen Blogs entdeckt, die jetzt in der Nationalversammlung sitzen.
Erwähnenswert ist auch der Hinweis, dass die Objektivität des Journalismus eine Illusion ist und am Ende klare Standpunkte besser zu vermitteln sind. So lesen wir:
In den USA haben wir, stärker als in Europa, daran geglaubt, dass Berichterstattung objektiv sein solle. Die Blogger lehren uns nun wie schwierig, wenn nicht gar unmöglich dieses Ideal zu erreichen ist – und vielleicht ist es auch gar nicht so erstrebenswert. Der Sender Fox hat mit seinen Nachrichtensendungen die höchsten Einschaltquoten, weil er einen Standpunkt hat. Am anderen Ende der politischen Skala gewinnt die Londoner Zeitung «Guardian» mit ihrem Onlineangebot viele Leser aus den USA. Und Blogs sind so beliebt, weil sie den Standpunkt des Autors ins Zentrum rücken.
Journalisten können von Bloggern lernen, dass es wahrscheinlich besser ist, den eigenen Standpunkt deutlich zu machen, wenn man einen hat und wenn er relevant sein könnte. Vorhandene Ansichten nicht zu äußern ist Lügen durch Weglassen.
Aus diesen erheblichen Vorteilen folgert Jarvis, dass die Zukunft des Journalismus so schlecht nicht ist, weil durch die Zusammenarbeit eine neue Qualität des Journalismus heranwächst, indem sich Profis und Blogger hervorragend ergänzen.
Na, da bin ich doch eben ein Stückchen gewachsen.