Aufmerksame Leser werden sich fragen, wo um Himmels willen der Bericht vom vierten Tag geblieben ist. Gemach, bitte habt Nachsicht. Ich bin hier im Urlaub und habe nicht jeden Tag Lust zu schreiben. Zudem ist nicht jeder Tag so spannend, dass er Erwähnung finden müsste.
Doch genug der Erklärungen. Lassen wir Taten sprechen. Heute stand eine gewaltige Radtour auf dem Programm. Im Ernst, 30 km auf einer windumtobten Insel, sind für meine fünf und sieben Jahre alten Kinder keine Kleinigkeit. Aber sie haben sich der Aufgabe mutig gestellt und wir hatten einen sehr schönen gemeinsamen Tag.
Ziel war das ausgedehnte Vogelschutzgebiet der Ile de Ré, das nur auf besonderen Wegen mit dem Fahrrad betreten, tschuldigung, befahren werden kann. Vorbei geht es an Salinen, in denen die Insulaner seit Urzeiten das wertvolle Meersalz gewinnen. Station ist das kleine aber feine Städtchen Ars
mit seinem schmucken Hafen, an dem man im Sommer reihenweise Maler mit ihren Staffetten sitzen sehen kann. Meine Sony kann das schneller, wenn auch mit deutlich geringerem Aufsehen.
Das Vogelschutzgebiet selbst ist eigentlich auch nicht viel aufregender als der Rest der Insel. Ornitologen werden hier vielleicht die ein oder andere Seltenheit entdecken. In aller Regel muss man sich aber schon etwas mit einem langbrennweitigen Fernglas auf die Lauer legen. Wir sahen diverse Reiherarten, einen Kormoran, eine seltene Entenart, Möwen beim Brüten und verschiedene Raubvögel. Daneben haben wir vermutlich noch einige andere seltene Vogelart gesehen, diese als solche aber erst gar nicht erkannt.
Am alten ehemaligen Hafen der Insel hatten wir unseren Wendepunkt erreicht. Auf der Rückfahrt ging es nur noch gegen den Wind. Wieder in Ars
gönnten wir uns daher einen Kaffee bzw. eine Chocolat chaude
. Spät nachmittags kamen wir müde aber glücklich zu Hause an.