Seit Tiger das Migrationstool eingeführt hat, lohnt es sich, einen bootfähigen Klon auf der externen Festplatte zu besitzen, zumindest wenn man nicht über zwei synchronisierte Macs verfügt. Das gute daran, das Migrationstool erkennt die bootfähige Partition als Macinstallation und erlaubt es, die Nutzerdaten und Nutzereinstellungen zu übertragen. Somit kann man Neuinstallationen und Neuanschaffungen gelassen entgegensehen.
Doch leider hat Tiger für mich einen Nachteil gebracht. Das bislang beliebte, weil gut funktionierende und günstige, weil frei zu erhaltenden CarbonCopyCloner tat es nicht. Selbst wenn man mit root-Rechten den Start aufrief, Psync wollte nicht mehr. Soll heißen, ein Klon ist nur dann sinnvoll, wenn er immer aktuell ist. Das Klonen dauert jedoch lange, bei mir eins bis drei Stunden. Rund wird die Sache mit einem Synchronisationstool. Dieses ersetzt nur die akutalisierten Dateien, fügt neu erstellte hinzu und entfernt inzwischen gelöschte. Dies macht bei CCC Psync, das wie gesagt unter Tiger nicht mehr antreten wollte.
Am Wochenende habe ich mich umgesehen und in mühsamer, weil zeitaufreibender Weise drei Alternativen ausprobiert:
Die Prozedur war anstrengend, denn mit jedem Programm habe ich eine vollständige Sicherung meiner immerhin knapp 40 GB Daten durchgeführt. Dafür brauchte SilverKeeper mehr als 3 Stunden, im Vergleich dazu war SuperDuper! in etwas über einer Stunde durch. Anschließend habe ich die Platte gebootet. Danach habe ich die Zeit für eine eventuell vorhandene Synchronisation gemessen.
SilverKeeper funktioniert erst einmal tadellos. Es ist lokalisiert und einfach zu bedienen. Es wird erklärt, dass die Daten nicht archiviert werden und nur die aktuellen Daten des Quelllaufwerks erhalten bleiben. In den Foren wird manchmal genau das Gegenteil behauptet. Entweder können die User nicht lesen oder LaCie hat das Produkt eindeutig geändert. Leider braucht es eine kleine Ewigkeit. Gut gefallen hat mir die Statusanzeige. Die gerade kopierten Dateien werden in einem Verzeichnisbaum dargestellt. Das ist gut visualisiert. Der Bootvorgang gelang ohne Probleme. Leider versucht Spotlight danach, die Platte zu initialisieren, obwohl ich dies in den Einstellungen bereits ausgeschaltet hatte. Wie ich im Forum von SuperDuper! nachlesen konnte, handelt es sich dabei wohl eher um einen Tiger Bug. Das macht Spotlight nach jedem Klon und auch nach jeder Aktualisierung. Leider bietet SilverKeeper im Gegensatz zu SuperDuper! dazu keinen Hint an. Überhaupt bekommt man Zweifel, ob das Programm auf dem Tiger läuft. Es hat noch die typische Oberfläche von OS 9.
Integos PersonalBackup kostet 72 Euro. Das ist schon mal sehr teuer. Eigentlich mag ich Intego nicht, seit sie mit übertriebenen Virenwarnungen ihre Antivirensoftware an den Mann bringen wollten. Die Farbgebung ihrer Produkte ist auch nicht gerade maclike. Doch ein Bekannter nutzte es bereits und so wollte ich doch wissen, was dran ist an dem Produkt. Die Steuerung ist einfach, die Geschwindigkeit akzeptabel. Nicht so schnell wie SuperDuper! oder weiland CCC, doch immerhin besser als SilverKeeper. Leider ist PersonalBackup in erster Linie eine Backupsoftware und kein Kloner. Das Klonen wird mehr als Zusatzfeature angeboten. Daher verzichtet Intego auch auf die Möglichkeit, einen erstellten Klon zu synchronisieren. Das ist allerdings ein K.O.-Kriterium. Damit war diese Lösung für mich außen vor, zumal ich mit FolderSynchronizer ein hervorragendes Backup und Synchronisationsprogramm besitze, das auch nicht billig war.
Schlussendlich hat SuperDuper! den besten Eindruck hinterlassen. Zumal es genau und nur das macht, was ich machen will, einen Klon erstellen, der synchronisiert werden kann. Die Erstellung dauert wie gesagt nicht viel länger als eine Stunde. Ein sogenanntes SmartUpdate benötigt dann zwischen 8 und 20 Minuten. Das hängt wieder von der Datenmenge ab. Der Hersteller bietet für den Spotlight Bug ein Script an, das in den Optionen von SD eingebunden werden kann. Das Programm kostet 20 Euro und die ist es auch wert. Bleibt zu hoffen, dass die kleine Softwareschmiede immer schön am Ball bleibt und sich nicht wie bei Mike Bombich beim CCC für unabsehbare Zeit verabschiedet.
Nach den Tests wurde mir klar, dass ich meine Firewireplatte, eine LaCie mit 250 GB, partitionieren muss, sonst kann ich dort außer dem Klon nichts ablegen. Alle Klonprogramme entfernen Dateien, die nicht auf dem Quelldatenträger liegen. Das war bei CCC anders, warum auch immer. Leider wollte SuperDuper! danach nicht mehr. Im Logfile stand, dass irgendwelche Rechte nicht desabled werden konnten. Doch die übersichtliche FAQ des Herstellers half sofort weiter. Per Terminal sei eine volinfo.database zu entfernen. Ok mach ich, es hilft ja auch. Leider weiß ich jetzt nur nicht, welche Nachteile das mit sich bringen kann.
Nach all dem Hin- und Her, wegen des SuperDuper!-Bugs hatte ich die Festplatte gleich mehrmals partitioniert, waren dann noch die LaunchServices zerschossen (siehe hier). Shit happens.