Sony und Apple / Artikel in der Süddeutschen
Der mir nicht bekannte Tobias Kniebe schreibt im Feuilleton der Süddeutschen zu Sonys derzeitigen Problemen. Der Börsenwert war in den vergangenen vier Jahren um 60 Prozent gesunken. Im laufenden Jahr werden sogar Verluste geschrieben.
Anlass war die Vorstellung des Handys als Walkman
, die, so sieht es auch Kniebe, wohl eher eine Verzweiflungstat darstellt, denn was soll denn schon ein Handy sein, das Musik spielen kann?
Apple, so folgert Kniebe hat mit dem iPod
den Walkman
der Neuzeit erfunden und damit gehöre nun den Anhängern von Apple der federnden Gang
, den einstmals die Walkmanträger auszeichnete. Das Dilemma von Sony liegt darin, Inhalte und Geräte gleichzeitig herzustellen. Inhalteanbieter wollen die Erlöse ihrer Inhalte möglichst hoch halten, Gerätehersteller wollen das genaue Gegenteil. Der Erfolg von Apple liege darin, dass gerade mit Appleprodukten Inhalte besonders günstig erworben und verarbeitet werden können. Dies gilt nicht nur für die einfache Rechtestruktur des iTMS, sondern sei auch der Tatsache geschuldet, dass Applecomputer besser als andere in der Lage seien, Datenträger ohne Rechtsschutz zu kopieren. Ob das stimmt, lassen wir mal dahin gestellt. Jedenfalls gibt es durchaus Datenträger, die mein Apple nicht mag.
Apple ist demnach der Nutznießers eines grundsätzlichen Sonyproblems. Die Zukunft von Sony könnte laut Kniebe davon abhängen, ob es Sony gelingt seine 7.000 Filmtitel erfolgreich zu vermarkten. Ein Ausgang wie bei der Musik könnte dem Erfinder des Walkmans den Garaus machen.