Dopingskandal im Radsport
In Spanien bahnt sich ein neuer Dopingskandal an. Das Ausmaß dürfte beachtlich sein. Doch bislang erfahren wir wenig darüber in den Medien. Woran liegt es? Wohl weniger am Skandal selbst. Immerhin gehen Insider davon aus, dass der Verhaftete Fuentes genug weiß, um ein Peloton wie beim Giro zur Hälfte hochgehen zu lassen. Das deckt sich mit Befürchtungen, dass eigentlich der ganze Radsport dopingverseucht ist. Doch die Medien machen um das Thema gerne einen Bogen. Entweder ist Skandaltag und man widmet sich mal gerade dem unliebsamen Thema. Oder es ist Sportberichterstattung angesagt. Dann findet das Dopingthema nicht statt.
Warum schafft es ein schwerer großer Fahrer wie Gutierrez so schnell den Berg hinauf? Der Mann ist unter Garantie gedopt. Doch keiner wagt es die Frage zu stellen. Was ist los? Ist es schädlich für das Geschäft, dieses Thema anzusprechen? Es scheint so. Sport verkauft sich wohl besser, wenn man die Illusion der Chancengleichheit vorgaukelt. Die Chancen sind nie gleich und absolute Gerechtigkeit ist eine Utopie. Dass aber ausgerechnet die gefeiert werden, die am Verlogensten sind, das ärgert mich. Warum kann man nicht mal deutlich machen, dass bestimmte Leistungen nur unter Zuhilfenahme unerlaubter Mittel möglich sind. Die Freigabe von Doping wäre bald besser, als das, was derzeit passiert.
Ich bin inzwischen soweit, dass mir erwischte Sünder nicht mehr leid tun, sondern dass ich mich über jede Entdeckung freue. Je mehr, umso besser. Findet sie alle.
Kommentare
Mensch, ja das wäre die beste Lösung das Doping frei gegeben wird - in allen Sportarten. Glaubst Du wirklich die Fußballer nehmen nichts, die haben alle kaputte Knie und schmeißen sich die Schmerzmittel rein. Wie die Top-Manager die sich Beruhungsmittel und Aufpuschmittel völlig legal vom Arzt verschreiben lassen. Oder sich abends dann zwei Flaschen Rotwein in den Kopf hauen. Auch das ist Doping. Es geht im Radsport und in anderen Sportarten um sehr viel Geld. Da ist die Versuchung immer groß. Im Breitensport sieht es doch genauso aus, habe genug Radkollegen die alles nehmen würden (bzw nehmen) um schneller zu werden. Außerdem Switchpacker, du fährst doch selber Fahrrad - kennst die Belastungen genau - kennst die Erholungszeit genau. Wie soll ein Mensch ohne unterstützenden Massnahme eine Tour durchhalten? Na ja eigentlich ein Thema was traurig macht, aber es ist nicht mehr zu ändern. Schönen Tag noch
Verfasst von: Uli | 25.05.06 10:18
Ich glaube, Du verstehst mich miss. Ich mache mir gar nichts vor und kenne auch Leute, die alles nehmen würden und auch schon genommen haben. Es gibt aber auch Sportler, die aus Prinzip sauber bleiben. Die sind bestimmt nicht so erfolgreich, aber sie haben einen Anspruch an sich. Dazu sollte man im Sport Anreize setzen. Zudem sollte die Verlogenheit nicht noch mehr unterstützt werden, indem die Presse dazu beiträgt, dass Themen totgeschwiegen werden.
Verfasst von: Switchpacker | 25.05.06 12:50
OK, dann sind wir doch einer Meinung!
Verfasst von: Uli | 25.05.06 15:07