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Frank Schätzings "Der Schwarm" Teil 1

Was soll ich über ein Buch schreiben, dass garantiert jeder vor mir gelesen hat? Der Schockwellenreiter berichtete darüber bereits vor über einem Jahr. Und durch eben diesen erfahren wir, dass der Stoff sogar verfilmt wird.

Ich bin ein schlechter Leser. Wenn ich nicht gerade im Schwimmbad oder am Strand vor mich hin gammele, dann liegt mein Lesestoff auf dem Nachttisch und wird von mir den ganzen Tag nicht wahr genommen. Erst wenn ich zu Bett gehe, greife ich zu. Das Buch ist mein Schlafmittel und oft dauert es keine zwei Seiten bis mir das Werk auf das Gesicht fällt. So gesehen ist es ein Verdienst des Autors, wenn ich die fast 1.000 Seiten in wenigen Monaten bewältigt habe.

Das Genre ist ungewöhnlich. Ein Ökothriller ist für einen Krimifan seltene Kost. Die Tiefsee ist ein spannender und unbelasteter Handlungsort und man nimmt dem Taucher Schätzing ab, dass er weiß, wovon er schreibt. Allein die dem Buch anhängende Liste der fachlichen Berater füllt zwei Seiten. Die Charaktere werden mit viel Liebe für das Detail beschrieben. Dennoch fehlt bei einer Vielzahl von Handelnden die eindeutige Bezugsperson. Dahinter liegt auch Absicht, weil der Leser sich nie sicher sein kann, wer es bis zum Ende aushält. Das erhöht die Spannung, führt aber auch zu einer Verflachung der Charaktere.

Die wissenschaftlichen Hintergründe sind hoch interessant. Die Tsunamikatastrophe im indischen Ozean hat dem Buch jedoch eine solche Authentizität verschafft, dass das Thema beklommen macht. Die Spannung von Krimis oder Sience-Fictionabenteuern ist mir angenehmer. Mir scheint die Handlung weiter weg. Schätzings Spannung spiegelt sich zu oft in den Tagesmeldungen wieder. Manch einem mag es gefallen, dass die Materie unter die Haut geht. Mir ist das zu nah. Schließlich soll mir das Buch beim Einschlafen helfen und mich nicht wach rütteln.

Der Erzählstil von Schätzing ist gefällig und der Spannungsaufbau nicht so stereotyp wie bei Jon Grisham, Ken Follet oder Dan Brown. Die Mühelosigkeit, mit der Schätzing seine 1000 Seiten füllt, zeigt, dass die deutschen Autoren sich nicht hinter den Ausländern, seien sie aus England, Amerika oder Schweden verstecken müssen. Nicht jeder Handlungszweig war zwingend für die Story. Mehrere Kritiker wiesen hier übereinstimmend auf den Ausflug Anawaks in das Land seiner Väter hin. Doch wirklich störend war das nun auch nicht.

Jetzt möchtet Ihr sicher wissen, wie geht es denn aus oder gibt es ein happy end. Doch das weiß ich selber nicht. Mir fehlen noch 150 Seiten. Ich schreibe schon länger an dieser Rezession und wollte sie endlich einmal veröffentlichen. Der Schluss wird dann in Teil 2 berücksichtigt werden.

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