Stark kann man meinen Bartwuchs wirklich nicht nennen. Doch seit ich einmal beim Nassrasieren angelangt bin, wollte ich den Elektrorasierer nicht mehr. Von Anfang an war ich der Firma Gillette treu. Doch jetzt hat mein Lieblingsdiscounter für Badeartikel einen eigenen Rasierer im Angebot und der ist um Klassen günstiger.
Jetzt renne ich ja nicht jedem Angebot hinterher und Geiz ist bei mir noch lange nicht geil. Doch mit den Produkten von DM im Direktvertrieb hatte ich bislang gute Erfahrungen gemacht. Warum sollte es beim Rasierer anders sein? Dennoch habe ich mir eine Testphase von zwei Wochen verordnet, die ich soeben abgeschlossen habe.
Als erstes fällt der Preis ins Auge. Beim Gillette Mach3 kostet die Klinge zwischen 1,60 und 1,90 Euro. Es geht sogar noch teurer bei Turbo oder dem neuen elektrischen Teil. Da kostet die Klinge 2,99. Doch der DM-Rasierer lässt sich am Besten mit dem simplen Mach3 vergleichen. Er hat auch drei Klingen und entsprechende Schutzstreifen. Hier kostet die Klinge unter einem Euro. Eine Ersparnis von 40–50%. Sehr verlockend. Der Preis für den Griff vernachlässige ich mal. Auf den kommt es nicht an.
Bei der ersten Rasur mit dem DM-Razor war ich von der Schärfe überrascht. Es fühlte sich einfach schärfer an. Doch beim anschließenden "Fühltest" hatte ich eher den Eindruck, dass die Haare länger stehen bleiben. Das wollte ich genau wissen. Ich schäumte mich noch einmal ein und benutzte nun den Mach3 ebenfalls mit neuer Klinge. Keine Überraschung, die Haare werden jetzt auch nicht kürzer. Zwischenfazit, die vermeintliche Schärfe des DM wirkt sich nicht aus. Er rasiert aber auch nicht schlechter als sein Kollege aus Frankreich.
Nächster Test. Ich rasiere mich zuerst mit dem Gillette und anschließend mit dem Discounter. Seltsamerweise blute ich nach dem Einsatz des zweiten Rasierers eher, ohne dass es den Barthaaren mehr an den Kragen geht. Eine Erklärung hierzu finde ich zunächst nicht. Der DM-Rasierer fühlt sich etwas direkter und unnachgiebiger an. Der Mach 3 wirkt geschmeidiger.
Die Lösung finde ich, indem ich beide Rasierer noch einmal näher unter die Lupe nehme. Die auf den Gillette aufgesetzte Klinge hat Spiel. Sie kann wenige Millimeter zur Seite ausweichen. Die Passform des Billigrasierers ist bombenfest. Was normalerweise ein Qualitätskriterium ist, nämlich die Fertigung mit geringen Spaltmaßen, stellt sich hier als Nachteil heraus. Zunächst dachte ich, der Unterschied in der Geschmeidigkeit habe etwas mit den aufgeklebten Gleitstreifen zu tun.
Im Ergebnis kann man sagen, der Billigrasierer ist sein Geld mehr als wert. Die fast halb so teuren Klingen machen einen guten Job. Dennoch spürt man den Unterschied, obwohl ich mich auch mit dem DM-Gerät nicht geschnitten habe. Jedenfalls habe ich das Experiment beendet und mir wieder die teuren Gilletteklingen gekauft, die aus mir unerklärlichen Gründen in den letzten zwei Wochen überall ausverkauft waren.