Uli schreibt in den Kommentaren, dass sogar im Breitensport gedopt wird. Spitzenleistungen seien ohne Unterstützung von außen nicht zu machen. Daher sei Doping sicher keine Besonderheit des Radsports, sondern in allen Sportarten, auch im Fußball anzutreffen.
Richtig, davon bin ich ebenfalls überzeugt. Aber was bedeutet das? Soll es so bleiben wie es ist? Ich sage nein. Die Dopingfreigabe könnte ein Ansatz sein, dass Thema aus der dunklen Ecke der Lüge und des Betruges herauszuholen. Sich offen einzugestehen, dass Spitzensport nur durch Doping möglich ist, ist ein weiterer Schritt. Wir Zuschauer werden doch von den Verbänden und den Medien verschaukelt. Immer neue Höchstleistungen werden uns präsentiert. Dabei kommen nicht die Ehrlichen weiter, sondern die, die sich besser tarnen können. Deshalb werden Menschen wie Armstrong hoch gefeiert und von Funktionären wie Jean-Marie Leblanc, seiner Zeit Chef der Societé du Tour de France, gedeckt, zumindest solange, wie es der Einschaltquote dient.
Wer kann sich noch an den Festinaskandal 1998 erinnern? Die Polizei, nicht der Veranstalter, deckten Stück für Stück Dopingvergehen auf, die man sich vorher überhaupt nicht vorstellen konnte. Und wie haben sich die Verbände verhalten? Sie haben sich zum Schein hinter die Polizei gestellt, Festina vom Rennen ausgeschlossen. Gleichzeitig haben Tourveranstalter und UCI alles getan, damit der Skandal nicht weitere Kreise zieht. So gewann damals ein gewisser Pantani, der nur ein Jahr später vom Giro d'Italia wegen Dopings ausgeschlossen werden musste. Inzwischen gibt es undichte Stellen, die Armstrongs Doping belegen. Manche schweigen wieder, weil seine Anwälte mit massiven Schadenersatzforderungen drohen. Zwei seiner ehemaligen Helfer, Tyler Hamilton und Heras sind ebenfalls überführt.
Damit will ich zeigen, dass das ganze System unterwandert ist. Gedeckt wird es von allen, die mit Höchstleistungen Geld verdienen, viel Geld. Auch die Medien verdienen mehr mit Sport als mit Dopingmeldungen. Und wir Zuschauer sehen lieber ungestört Sport und philosophieren über die Chancen unserer Helden. Dabei vergiften die sich so gut es geht mit allem, was sie bekommen können. Ich fordere eine neue Moral im Sport. Tut nicht so, als ob alle sauber sind, wenn sie es nicht sein können. Die Unschuldsvermutung ist im Sport nicht hilfreich, sondern deckt nur die besten Lügner. Fördert Menschen, die sauber bleiben wollen und honoriert ihre Leistungen. Dann müssen wir uns nicht mehr mit verlogenen Siegern wie Basso, Armstrong und Ullrich abgeben.
Stoppt Doping.