Hammer. T-Mobile hat sich entschlossen, Ullrich, Sevilla und Pevenage von der Tour de France 2006 auszuschließen. Der Schritt ist konsequent und vernünftig. Gerecht ist es sicherlich nicht. Denn wir müssen davon ausgehen, dass Ullrich und all die anderen 57 bei Fuentes gefundenen Fahrer nicht die einzigen Fahrer sind, die dopen.
Nach dem Festina Skandal und nach den Razzien in Italien, haben sich die Dopingpraktiken auf andere Länder konzentriert. In Europa war sicherlich Spanien ein ruhiger Fleck. Dass Fuentes nach der geänderten Gesetzgebung in Spanien nicht umgezogen ist, erweist sich jetzt für die Doper als Fehler. Andere werden schlauer gewesen sein. Überhaupt schätze ich, dass sich nach dem Fuentesschock die Doper in Ländern organisieren werden, in denen es ohnehin einfacher ist, unbeobachtet zu bleiben. So bieten sich Oststaaten an, aus denen nicht ganz überraschend auch gute Rennfahrer kommen. Hier hinzufahren dürfte auch nicht so aufwendig sein, wie in andere Kontinente. So wäre an Staaten in Südamerika zu denken.
Wer weiß, vielleicht profitiert der Spanier Valverde doppelt. Seine in Europa dopenden Konkurrenten fliegen auf und müssen auf den Start verzichten und er hat bereits gute Kontakte zu einem im Ausland operierenden Medizinmann. Die Zukunft gehört den Fahrern, die rechtzeitig einen Betreuer finden, der von Dopingermittlungen weitgehend verschont bleibt.